Der Fairwalter MCP Server ist da: KI-Assistenten lesen Ihre Daten

Der Fairwalter MCP Server verbindet Claude, ChatGPT und Perplexity mit Ihren Bewirtschaftungsdaten. Nur lesend, ab Professional. Mit Vergleich zur Public API.

Veröffentlicht: 28. Oktober 2026 Aktualisiert: 28. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit

Seit dem 2. Oktober 2026 lässt sich ein KI-Assistent wie Claude oder ChatGPT direkt mit Fairwalter verbinden. Möglich macht das der neue Fairwalter MCP Server: Sie stellen Ihre Frage in normaler Sprache, zum Beispiel nach überfälligen Mietzinsen einer Liegenschaft, und der Assistent holt sich die Antwort aus Ihren aktuellen Fairwalter-Daten. Er liest dabei nur. Ändern kann er in Fairwalter nichts. Der MCP Server ist im Professional- und im Enterprise-Paket ohne Aufpreis enthalten.

Update-Eintrag «Der neue MCP-Server ist bereit» vom 2. Oktober 2026 auf fairwalter.com

Der Eintrag zum MCP Server auf der Updates-Seite von Fairwalter, 2. Oktober 2026. Quelle: fairwalter.com/ressourcen/updates

Das Wichtigste in Kürze
  • Was er tut: Der MCP Server verbindet KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT oder Perplexity mit Ihren Fairwalter-Daten zu Liegenschaften, Mieter:innen, Verträgen, Rechnungen und Schäden. Der Zugriff ist nur lesend.
  • Für wen: Im Professional- und im Enterprise-Paket ohne Aufpreis enthalten. Aktiviert wird er in Fairwalter unter «Integrationen».
  • Unterschied zur Public API: Die API beliefert Programme und braucht ein Token. Der MCP Server beliefert einen KI-Assistenten. Für Claude Desktop und ChatGPT genügen Ihr Fairwalter-Login und eine Freigabe.

Was ist der Fairwalter MCP Server?

Der Fairwalter MCP Server ist eine Schnittstelle, über die ein externer KI-Assistent Ihre Daten in Fairwalter lesen und Fragen dazu beantworten kann. Das Help-Center nennt als Datenbereiche Liegenschaften, Mieter, Verträge, Rechnungen und Schäden. Der Assistent sieht dabei, was Sie selbst in Fairwalter sehen. So steht es im Freigabedialog: «Nur lesender Zugriff auf die Liegenschaften, Mieter, Verträge, Rechnungen und Schäden, die Sie in Fairwalter sehen.»

MCP steht für Model Context Protocol. Die Projektseite beschreibt es als «an open-source standard for connecting AI applications to external systems». Auf Deutsch ist das ein quelloffener Standard, der KI-Anwendungen mit externen Systemen verbindet. Dieselbe Seite vergleicht MCP mit einem USB-C-Anschluss für KI-Anwendungen: ein Stecker für viele Geräte.

Anthropic hat das Protokoll am 25. November 2024 als Open Source veröffentlicht. Am 9. Dezember 2025 ging es an die Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation, die Anthropic, Block und OpenAI mitgegründet haben. Der Standard liegt damit bei einer Stiftung und nicht bei einem einzelnen KI-Anbieter.

Was ist der Unterschied zwischen MCP Server und Public API?

Beide Schnittstellen lesen Ihre Daten in Fairwalter und unterscheiden sich darin, wer fragt. Die Public API beantwortet Anfragen von Programmen: Ein Dashboard in Power BI oder ein Buchhaltungssystem ruft eine feste Adresse auf und bekommt strukturierte Daten zurück. Der MCP Server beantwortet Anfragen eines KI-Assistenten. Sie formulieren eine Frage, der Assistent ruft die passenden Daten ab und schreibt Ihnen eine Antwort.

Merkmal Public API MCP Server
Gedacht für Programme wie Power BI, Excel, Buchhaltung, CRM oder Portal KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT oder Perplexity
So fragen Sie Abruf einer festen Adresse, Antwort im JSON-Format Frage in normaler Sprache, Antwort als Text oder Tabelle
Anmeldung Persönliches API-Token Fairwalter-Login und Freigabe im Browser. Ein Token ist eine Option für Terminal-Clients
Zugriff Nur lesend Nur lesend
Einrichtung Eigene Anbindung über HTTP-Anfragen Über die Menüs von Fairwalter und des KI-Assistenten
Typischer Einsatz Wiederkehrende Berichte, Datenabgleich mit Drittsystemen Spontane Fragen und Auswertungen im Gespräch
Enthalten in Professional und Enterprise Professional und Enterprise

Unsere Faustregel: Soll dieselbe Auswertung jede Woche gleich aussehen, ist die API das passende Werkzeug. Haben Sie heute eine Frage und morgen eine andere, ist es der MCP Server. Was die API im Detail liefert, lesen Sie im Beitrag Was kann ich mit der Fairwalter Public API machen?

Für eigene KI-Integrationen bleibt die REST-API eine mögliche Basis. Das Help-Center zur Public API empfiehlt dafür inzwischen den MCP Server.

Was können Sie den KI-Assistenten fragen?

Fragen, die sich aus den freigegebenen Daten beantworten lassen. Das Help-Center nennt als Beispiele überfällige Mietzinszahlungen, Mieterübersichten und Vertragslaufzeiten. Drei Beispielfragen aus dem Alltag einer Verwaltung:

  • «Welche Mieter:innen an der Bahnhofstrasse sind mit der Septemberrechnung im Rückstand?»
  • «Welche Mietverträge enden in den nächsten sechs Monaten?»
  • «Welche Schäden sind für die Liegenschaft Seeblick erfasst?»

Im Beispiel aus dem Help-Center fragt jemand nach den überfälligen Septemberrechnungen einer Liegenschaft. Claude antwortet mit einer Tabelle aus Wohnung, Mieter, Rechnungsnummer und offenem Betrag und ergänzt darunter Hinweise zu den übrigen Wohnungen.

Claude Desktop beantwortet eine Frage nach überfälligen Septemberrechnungen mit einer Tabelle aus Fairwalter-Daten

Beispiel aus dem Help-Center: Claude beantwortet die Frage nach überfälligen Septemberrechnungen mit einer Tabelle. Quelle: help.fairwalter.com/fairwalter-mcp

Was Sie bekommen, ist die Antwort eines Sprachmodells und kein Auszug aus der Buchhaltung. Die Assistenten sagen das selbst: Unter dem Eingabefeld von Claude steht «Claude ist eine KI und kann Fehler machen.», bei ChatGPT «ChatGPT kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.» Prüfen Sie Beträge und Fristen in Fairwalter nach, bevor Sie eine Mahnung verschicken oder einen Vertrag anpassen.

So verbinden Sie Claude oder ChatGPT

  1. ChatGPT. Suchen Sie in ChatGPT unter «Plugins» nach «Fairwalter», fügen Sie das Plugin hinzu und wählen Sie «Mit Fairwalter anmelden».
  2. Claude Desktop. Öffnen Sie die Einstellungen, wählen Sie «Konnektoren», suchen Sie nach «Fairwalter» und klicken Sie beim Fairwalter-Connector auf «Verbinden».
  3. Zugriff erlauben. Es öffnet sich ein Browserfenster von Fairwalter, in dem Sie den lesenden Zugriff mit «Erlauben» bestätigen. Ein Token brauchen Sie dafür nicht.

Dialog «Fairwalter zu ChatGPT hinzufügen» mit dem Knopf «Mit Fairwalter anmelden»

Das Fairwalter-Plugin in ChatGPT: hinzufügen und mit dem Fairwalter-Login anmelden. Quelle: help.fairwalter.com/fairwalter-mcp

Die vollständige Anleitung mit allen Bildschirmfotos steht im Help-Center zum MCP Server. Dort finden Entwickler:innen auch den Weg für Claude Code und andere Terminal-Clients.

Ob Sie beim KI-Anbieter ein bezahltes Abo brauchen, hängt vom Anbieter ab. Das Fairwalter-Plugin für ChatGPT steht laut Help-Center auch im kostenlosen Free-Plan zur Verfügung. OpenAI weist allgemein darauf hin, dass die Verfügbarkeit einer App von Plan, Region und Arbeitsbereich abhängt. Bei Claude ist die Einbindung laut Help-Center auch in der kostenlosen Version möglich, beschrieben ist sie für die Desktop-App. Für Perplexity nennt das Help-Center ein Pro-Abo.

Was der MCP Server nicht kann

  • Kein Schreiben. Der Assistent liest, er legt keine Rechnung an und ändert keinen Vertrag. Was er vorschlägt, setzen Sie in Fairwalter selbst um.
  • Nicht in jedem Paket. Light, Privat und Basic enthalten den MCP Server nicht. Die Übersicht steht auf der Preisseite.
  • Nicht mehr als Ihre eigene Sicht. Der Zugriff reicht so weit wie das Fairwalter-Konto, mit dem Sie die Freigabe erteilen.
  • Kein Ersatz für die Public API. Für feste Berichte und den Datenabgleich mit Drittsystemen bleibt die API der passende Weg.

Freigabedialog von Fairwalter: Claude möchte auf Fairwalter zugreifen, nur lesender Zugriff, Knöpfe Erlauben und Ablehnen

Der Freigabedialog von Fairwalter nennt den Umfang des Zugriffs: nur lesend. Quelle: help.fairwalter.com/fairwalter-mcp

Was heisst das für den Datenschutz?

Diesen Punkt klären Sie am besten vor dem ersten Verbinden. Fairwalter stellt ihn im Help-Center an den Anfang:

«Wenn Sie einen KI-Assistenten über MCP mit Fairwalter verbinden, werden Daten an den externen Dienst weitergegeben, einschliesslich sensibler Personendaten Ihrer Mieter. Der Anbieter verarbeitet diese Daten sehr wahrscheinlich ausserhalb der Schweiz oder der EU.»

Wie Fairwalter die Daten im eigenen System schützt, beschreibt die Seite zur Datensicherheit. Was beim KI-Anbieter geschieht, regeln dessen Bedingungen. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Wo verarbeitet der Anbieter die Daten? Lesen Sie seine Angaben zum Verarbeitungsort und prüfen Sie, ob Ihr Vertrag mit ihm dazu passt.
  • Werden die Daten für das Training verwendet? OpenAI schreibt auf der oben verlinkten Hilfeseite, dass Informationen aus Apps in den Plänen Free, Go, Plus und Pro für das Training genutzt werden können, wenn die Einstellung «Improve the model for everyone» eingeschaltet ist. Für Business, Enterprise und Edu gilt das laut OpenAI standardmässig nicht (Abruf 2. Oktober 2026).
  • Wer im Team darf verbinden? Legen Sie fest, welche Mitarbeitenden einen Assistenten anbinden und mit welchem Konto. Unter «Integrationen» lässt sich der MCP Server wieder deaktivieren.

Warum Fairwalter auf einen offenen Standard setzt

Die Public API hat Ihre Daten im September für Programme geöffnet, der MCP Server öffnet sie jetzt für KI-Assistenten. Er nutzt dafür einen Standard, den Claude und ChatGPT unterstützen, statt einer Eigenentwicklung für ein einzelnes Produkt. Wechseln Sie später den Assistenten, bleibt die Schnittstelle dieselbe.

Im Beitrag zu KI in der Immobilienverwaltung haben wir offene Schnittstellen als eine von drei technischen Voraussetzungen einer funktionierenden KI-Integration beschrieben. Der MCP Server setzt das im eigenen Produkt um. Nach unserem Kenntnisstand ist Fairwalter damit die erste Bewirtschaftungssoftware im Schweizer Markt mit einem eigenen MCP Server (Stand 2. Oktober 2026).

Häufige Fragen zum Fairwalter MCP Server

Was kostet der Fairwalter MCP Server?

Er ist im Professional- und im Enterprise-Paket enthalten und wird nicht separat verrechnet. Je nach KI-Anbieter und Tarif können dort eigene Kosten anfallen.

Kann der KI-Assistent Daten in Fairwalter ändern?

Nein. Der Zugriff ist nur lesend. Der Assistent beantwortet Fragen zu Ihren Daten, Änderungen nehmen Sie weiterhin in Fairwalter vor.

Brauche ich ein API-Token?

Für Claude Desktop und ChatGPT nicht. Sie melden sich mit Ihrem Fairwalter-Login an und erlauben den Zugriff. Ein Token ist eine Option für Terminal-Clients wie Claude Code.

Welche KI-Assistenten kann ich verbinden?

Das Help-Center nennt Claude Desktop, Claude Code, ChatGPT und Perplexity. In ChatGPT fügen Sie das Fairwalter-Plugin hinzu, in Claude Desktop den Fairwalter-Connector aus den Konnektor-Einstellungen. Perplexity, Claude Code und andere Clients verbinden Sie über die MCP-Server-URL.

Wo werden meine Daten verarbeitet?

Beim Verbinden gehen Daten an den externen KI-Dienst, einschliesslich sensibler Personendaten Ihrer Mieter:innen. Laut Help-Center verarbeitet der Anbieter sie sehr wahrscheinlich ausserhalb der Schweiz oder der EU.

Fazit: Fragen statt Abfragen

Mit der Public API holen Programme Ihre Daten ab, mit dem MCP Server stellen Sie einem KI-Assistenten eine Frage und bekommen eine Antwort aus Ihren aktuellen Fairwalter-Daten. Beides liest nur, beides ist im Professional- und im Enterprise-Paket enthalten. Die Antwort prüfen Sie, die Entscheidung treffen Sie.

Zum Ausprobieren genügen ein aktivierter MCP Server und ein Konto bei einem unterstützten Assistenten. Wer Fairwalter noch nicht nutzt, kann die Software kostenlos testen.

Stand: 26. Oktober 2026, ohne Gewähr. Angaben zum MCP Server beruhen auf dem Help-Center, der Updates-Seite und der Preisseite von Fairwalter. Angaben zu Tarifen und Datenverwendung der KI-Anbieter beruhen auf deren Hilfeseiten am genannten Tag, für ihre Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr. Technische Angaben geben den dokumentierten Zustand zu diesem Stand wieder und können sich ändern. Claude, ChatGPT, Perplexity, Power BI und Excel sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber.

Samuel Baumgartner

Samuel Baumgartner verfügt über eine vielseitige berufliche Laufbahn. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung entwickelte er seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit in verschiedenen Positionen. Neben diversen Weiterbildungen in der Immobilienbranche erwarb er einen Bachelorabschluss in Business Communications an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und vertiefte sein Wissen im Bereich Change Management. Seine Erfahrungen erstrecken sich über die Software- und Immobilienbranche, wo er als Leiter Marketing und Verkauf bei W&W Immo Informatik AG den Marktauftritt neu gestalte und mit seinem Team erfolgreiche Verkaufsstrategien entwickelte. Aktuell ist Samuel Baumgartner CEO von Fairwalter.

Veröffentlicht am Okt. 28, 2026

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